Samstag, 29 April 2017

Gemäldegalerie Dachau:

Dachauer Ausstellung erinnert an Max Feldbauer

von POUR-ERIKA-REDAKTEUR  Rüdiger Dietrich Kunst Mittwoch, 25 November 2015 02:28
Bildschirmfoto 25.11.2015 | http://www.dachauer-galerien-museen.de Bildschirmfoto 25.11.2015 | http://www.dachauer-galerien-museen.de
Quelle: http://www.dachauer-galerien-museen.de

Dachau - Bis zum 28. Februar erinnert die Gemäldegalerie Dachau an den zeitweilig in Dachau wohnhaften Maler Max Feldbauer, der am 14.02.1869 in Neumarkt in der Oberpfalz geboren wurde und am 20.11.1948 in Münchshöfen im Landkreis Straubing in Niederbayern verstarb. Zehn Jahre, von 1912 bis 1922, leitete Feldbauer in Mitterndorf bei Dachau eine Malschule. Unter der Leiterin der Gemäldegalerie Dr. Elisabeth Boder rückt nun der gemessen an seiner Bekanntheit zu Lebzeiten doch etwas in Vergessenheit geratene Künstler wieder in das Wahrnehmungsfeld der Kunstszene, indem in Dachau die seit 1930 größte Feldbauer-Ausstellung dargeboten wird. Feldbauers Malerausbildung erfolgte an der Kunstgewerbeschule in München. Und auch wenn er 1928 Präsident der Akademie für Bildende Künste in Dresden wurde, entsprach sein Schaffen nie vollständig dem Zeitgeist. Während beispielsweise um die Jahrhundertwende vielfach Koketterie, Eleganz und Laszivität bestimmendes Motiv waren, malte Feldbauer eher zupackend, energiegeladen und grob.

Feldbauer stellte in seinen Werken die Farbe gegenüber der Form in den Vordergrund, zeigte sich in seiner frühen Phase etwas impressionistisch beeinflusst, endete zuletzt - trotz zwischenzeitlich abstrakter Experimente – bei einem vorwiegend konservativen Stil. Neben Pferden, die unübersehbar sein Lieblingsmotiv darstellten, malte er mit Vorliebe einfache Bauernmädchen. Allgemein wies Feldbauer keine urbane Salonhaftigkeit auf. Laut der Dachauer Gemäldegalerieleiterin Dr. Boser inszenierte Feldbauer sich jedoch gerne als Landedelmann. Zwar rebellierte er früh gegen den etablierten Kunstbetrieb und schloss sich schon 1892 der Künstlervereinigung Secession an und war Gründungsmitglied der Münchner Neuen Secession hatte allerdings auch unter dem Nationalsozialismus, obgleich er dafür Sympathien hegte, anfänglich keinen Zuspruch, da diesem seine Kunst zu stark von der französischen Malerei beeinflusst war und sein kräftiger Pinselstrich womöglich allzu expressionistisch schien. In der Tat war Feldbauer auch Mitglied bei der Gemeinschaft „Die Scholle“, der französischer Einfluss zugeschrieben wird.

 

Ungeachtet dessen bewarb sich Feldbauer bereits 1930 um die Aufnahme in die NSDAP, damals allerdings noch vergeblich. Vielleicht war es der stilistischen Entwicklung geschuldet, dass Feldbauer letztendlich der Tradition den Vorzug vor der Moderne erteilte, die im Jahre 1937 doch noch zu seiner Aufnahme in die Partei führten und ihn 1944 sogar einen Platz auf der sogenannten Gottbegnadeten-Liste verschaffte. Heute sind Werke Feldbauers unter anderem in der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister, der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, der Städtischen Galerie im Lehnbachhaus in München oder der Ostdeutschen Galerie in Regensburg zu sehen. Die laufende Dachauer Ausstellung kann auf vielfache Leihgeben zurückgreifen, die derzeit Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr und Sonntags von 13.00 bis 17.00 Uhr interessierten Besuchern zugänglich sind.

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