Donnerstag, 23 März 2017

Uffizien:

Florenz: Weltberühmte Galerie in den Medici-Räumen unter deutscher Leitung!

von POUR-ERIKA-REDAKTEUR  Rüdiger Dietrich Kunst Mittwoch, 13 Januar 2016 22:15
Florenz Florenz

Florenz – Der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter dem bekannten Architektentrio Giorgio Vasari, Bernardo Buontalenti und Alfonso Parigi d. J., als Uffizien bekannte, errichtete Gebäudekomplex in Florenz gilt als eines der bekanntesten Kunstmuseen der Welt. Mit ungefähr zwei Millionen Besuchern jährlich ist es das auf seine Fläche bezogen weltweit meistbesuchte Museum. Als Besuchermagneten gelten unter anderem Botticellis „Geburt der Venus“ und „Primavera“. Seit vergangenem November leitet nun der 47-jährige Kunsthistoriker Eike Schmidt aus Freiburg als einer von 20 sogenannten „neodirettori“, mittels derer die italienische Regierung das Museumswesen im Land auf Vordermann bringen möchte, die ehemaligen Medici-Bürogebäude. Ebenfalls aus Deutschland stammen Cecilie Hollberg als neue Leiterin der Galleria dell'Accademia und Gabriel Zuchtriegel als Direktor des Archäologischen Parks in Paestum.

Eike Schmidt, der als Stipendiat bereits einige Jahre in der italienischen Renaissance-Stadt verbrachte, studierte in Heidelberg moderne und mittelalterliche Kunst, und promovierte über die Ebenholzskulpturen der Medici. Später arbeitete er am Deutschen Kunsthistorischen Institut in Florenz und war unter anderem auch als Kurator in Washington und Direktor für europäische Plastik bei Sotheby´s tätig. Nun folgte er seinem Vorgänger Antonio Natali als Leiter der Uffizien im Amt nach. Die Begeisterung über seine neue Aufgabe spricht aus seinen Worten, wenn er  beispielsweise über den Vortragssaal schwärmt, in dem der weltbekannte Dichter der „La divina commedia“, Dante Alighieri, einst als Mitglied des Stadtrats von Florenz seine Reden gehalten hat, oder mit den Worten zitiert wird: „ Das ist ganz fantastisch, wenn man seine Besprechungen in Räumlichkeiten hat, in denen die Medici-Familie ihre Besprechungen abhielt.“ Als seine beiden vorrangigen Aufgaben nennt der neue Direktor die Verbesserung der Besuchererfahrung sowie veränderte Sicherheitsmaßnahmen.

 

Die ersten Maßnahmen dienen der Bewältigung des Besucherandrangs, um die Wartezeiten in den Menschenschlangen zu vermeiden, hinsichtlich dessen Schmidt mit Architekten, Technikern und Informatikern die Situation analysiert und 15 Faktoren ausmachte, an denen anzusetzen ist. Zum einen sollen Itinerarien geschaffen werden, die es ermöglichen, gezielt nur eine bestimmte Anzahl ausgewählter Werke auf direkterem Wege zu erreichen. Hierzu sollen bislang nicht genutzte Treppen künftig wenigsten zwei Hauptwege ermöglichen. Zum Vergleich im Louvre in Paris gibt es drei verschiedene Hauptwege. Bis Herbst soll es auch die Möglichkeit geben, Sonderausstellungen besuchen zu können ohne das gesamte Museum hierfür abschreiten zu müssen. Darüber hinaus soll mehr Besucherplatz um die berühmtesten Werke geschaffen und die Öffnungszeit verlängert werden.

 

Die Sicherheitsmaßnahmen will Schmidt umgehend neben dem bereits bestehenden Schutz vor Diebstahl auch auf potentielle Anschlagsgefahren ausrichten. Auch wenn dies nicht zur Gänze eine Erscheinung der Neuzeit ist, wie am Beispiel des Bombenanschlags im Jahr 1993 auf das Museum ersichtlich, macht die Sicherheitsfrage dem neuen Leiter seit den  Anschlägen in Paris große Sorge, wie er bekannte. Doch auf den ersten Eindruck, für den es bekanntlich keine zweite Chance gibt, scheinen die Uffizien in Florenz unter der deutschen Leitung in guten Händen zu sein.

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