Samstag, 29 April 2017

„Die Versuchung des Heiligen Antonius“

Hieronymus Bosch wird weiteres Gemälde zuerkannt

von POUR-ERIKA-REDAKTEUR  Kunst Mittwoch, 03 Februar 2016 05:14
Posthumes Porträt Boschs (um 1550), Jacques Le Boucq zugeschrieben Posthumes Porträt Boschs (um 1550), Jacques Le Boucq zugeschrieben

Kansas-City - Pünktlich zum 500. Todestag wird dem berühmten niederländischen Renaissancemaler Hieronymus Bosch (1450 – 1516) ein weiteres Gemälde zuerkannt. „Die Versuchung des Heiligen Antonius“, welches in der Zeit von 1500 bis 1510 entstand, sei nicht nur in seiner Werkstatt produziert, sondern vom Künstler selbst gemalt worden.

Das kleine, nur 25 mal 38 Zentimeter messende Antonius-Bild befindet sich seit 1935 im Nelson-Atkins-Museum in Kansas City, wo es lange Zeit nicht öffentlich im Depot verwahrt wurde. Bisher war unklar, ob es tatsächlich aus der Hand des berühmten Niederländers stammte oder von einem Nachfolger geschaffen wurde.

 

Mit Hilfe neuester Untersuchungsmethoden wie etwa der Infrarotreflektografie und hochauflösender Makrofotografie gelang es den neun Experten des 2007 gegründeten Bosch Research and Conservation Project (BRCP) nach sechs Jahren Forschung nachzuweisen, dass das Werk vom Meister höchstpersönlich stammt. Rätselhaft bleibt das Werk dennoch, denn seine Anordnung lässt vermuten, dass das Bild nur ein Teil eines dreiflügeligen Altarbildes sein könnte. Von Bosch sind bereits derartige Altäre bekannt: So etwa das Triptychon der gekreuzigten Märtyrerin Wilgefortis, das Eremiten-Triptychon und die vier Flügel mit Visionen aus dem Palazzo Grimani - alle drei befinden sich in Venedig. Bisher ist nicht bekannt, dass Bosch an einem weiteren Triptychon gearbeitet habe.

 

Doch die Forscher sind sich ihrer Zuordnung dennoch sicher. Die neuen Techniken ermöglichten es ihnen bis auf den Malgrund des Bildes zu sehen und die Vorzeichnungen sichtbar zu machen. Diese wiederum ermöglichen eine eindeutige Zuordnung zu einem bestimmten Künstler. Auch „Das jüngste Gericht“ und die Zeichnung „Höllenlandschaft“ konnten so bereits Bosch zugeordnet werden. „Es ist eine kleine, aber wichtige Hinzufügung zum Oeuvre von Bosch“, zeigte sich der Koordinator des Projekts, Matthijs Ilsink, erfreut.

 

In zwei Wochen eröffnet in der niederländischen Stadt 's-Hertogenbosch, der Geburtsstadt des Künstlers, eine große Bosch-Ausstellung zu Ehren seines Todestages. Dieser hinterließ nur ein kleines Werk von 20 Gemälden und noch einmal so vielen Zeichnungen. Seine Werke strotzen vor Symboltieren, Dämonen und Fabelwesen und gehören zu den berühmtesten und bis heute rätselhaftesten Werken der Renaissance. Überall finden sich menschliche Wesen mit Tierköpfen und dämonische Fabelwesen, hässliche Gnome und Raubtiere wieder, die wehrlose Menschen quälen oder in die Verdammnis bringen. Vor allem seine gleichermaßen faszinierenden wie abschreckenden Altarbilder erlangten großen Bekanntheitsgrad. Neben dem „Garten der Lüste“, der im Museo del Prado in Madrid zu sehen ist, gehören wohl die „Versuchungen des Heiligen Antonius“ aus dem Museu Nacional de Arte Antiga in Lissabon ebenso dazu wie die „Sieben Todsünden“, die Bosch auf eine Tischplatte malte.

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